Atemwegserkrankungen

22.01.2019 19:52

Atemwegserkrankungen - Allgemeines 
Besonders in den kalten und feuchten Wintermonaten haben viele Pferde vermehrt mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen. Diese können durch verschiedene Faktoren verursacht werden und schränken die Leistung des betroffenen Tieres häufig deutlich ein. 
Die häufigsten Gründe für die Erkrankung der Atemwege bei Pferden stellen Infektionen oder die Inhalation von Stäuben dar. Je nach Art der Erkrankung zeigen sich bei den betroffenen Tieren ganz unterschiedliche Symptome und Verläufe. Erfolgt nicht zeitnah eine konsequente Behandlung der Atemwegserkrankungen, ist ein chronischer Verlauf mit ernsten Konsequenzen möglich. 

Atemwegserkrankungen - Symptome 
Atemwegserkrankungen bei Pferden äußern sich durch verschiedene Symptome, die je nach Art der Krankheit auftreten. Ein typisches Leitsymptom für alle Atemwegserkrankungen ist Husten, häufig kommen noch weitere Symptome hinzu. Hierzu gehören etwa erschwertes Atmen bis hin zur Atemnot, eine erhöhte Atemfrequenz, Ausfluss aus der Nase und manchmal auch den Augen, Fieber, Schwäche und Lethargie. 

Atemwegserkrankungen - Vorbeugung und Behandlung 
Vorbeugung und Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden stützen sich vor allem auf die Stärkung des Immunsystems und die Anpassung der Haltungsbedingungen. Auch das Pferdefutter spielt hier eine sehr wichtige Rolle. So sollte man nur Pferdefutter kaufen, das staubarm und möglichst wenig mit Keimen belastet ist. Denn Stäube aus Pferdefutter, Heu und Stroh sowie Infektionen mit Mikroorganismen wie etwa Pilzen, Viren oder Bakterien sind in Kombination mit einem geschwächten Immunsystem sehr häufig die Auslöser für Atemwegserkrankungen bei Pferden. 


Heubedampfer senken die Staubbildung, da sie die frei werdenden Partikel binden. Auch die Fütterung von Heulage oder Heucobs ist eine staubfreie Alternative beim Raufutter. Pflanzenöle und Pellets sind dagegen beim Kraftfutter eine Möglichkeit, die Staubbildung durch Futtermittel zu vermeiden. Staubarmes Pferdefutter bestellen ist generell kein Problem und stellt ein wichtiges Mittel der Vorbeugung dar. 
Neben dem Futter ist auch auf eine staubarme Einstreu zu achten. Stroh oder Sägemehl produzieren in der Regel sehr viel Staub, Strohhäcksel oder Strohpellets, Holzgranulat und Holzspäne sind dagegen sinnvolle staubarme Einstreumöglichkeiten. 
Frische Luft ist für ein gesundes Immunsystem der Pferde unerlässlich. Optimal ist es, wenn die Tiere möglichst viel Zeit im Freien verbringen können und generell angepasst an die äußeren Temperaturen gehalten werden. Im Stall sollte immer Frischluft zirkulieren können, jedoch dürfen die Tiere auf keinen Fall im Zug stehen. 


Sehr wichtig ist neben Futter, Einstreu und frischer Luft eine gute Hygiene im Stall. Auf diese Weise wird das Risiko einer Infektion mit Mikroorganismen möglichst gering gehalten. Nasses Streu und Kot sollten beim Ausmisten täglich entfernt werden, wobei das Pferd sich dann möglichst nicht in der Box befinden sollte. 
Tägliche Bewegung zur Belüftung der Lunge und zum Lösen von Schleim ist ebenfalls eine sehr wichtige, grundlegende Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden. 
Als biologische Vorbeugungs- und Therapiemaßnahmen empfiehlt sich der Einsatz von Vitaminen, Spurenelementen und bestimmten Omega-3-Fettsäuren. So ist es sehr wichtig, dass Pferde einen ausgeglichenen Vitamin A Spiegel haben, da dieses die Schleimhäute besonders schützt und somit auch das Immunsystem unterstützt. Dies gilt weiterhin auch für Vitamin C, Vitamin E und das Spurenelement Selen. Bestimmte Omega-3-Fettsäuren besitzen einen entzündungshemmenden Effekt, der sich auch positiv auf die Lungenfunktion auswirkt. Schwarzkümmelöl und Leinöl sind gute Omega-3-Lieferanten und können ebenfalls vorbeugend zum Einsatz kommen. Als biologische Maßnahmen sind zusätzlich noch verschiedene Kräuter zu empfehlen, die ätherische Öle mit schleimlösender und immunstimulierender Wirkung beinhalten. Hierzu zählen zum Beispiel Eukalyptus, Thymian, Anis, Fenchel, Spitzwegerich und Süßholz. Im Handel sind unterschiedliche Kräutermischungen speziell für die Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Pferden erhältlich. 


Wenn die Atemwegserkrankung beim Pferd einen schwerwiegenden Verlauf nimmt und auf grundlegende Maßnahmen nicht anspricht, sollte für eine effektive Behandlung mit Medikamenten der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Schleimlösende und die Bronchien weitende Medikamente sowie in manchen Fällen auch Antibiotika sind dann meist die Mittel der Wahl. Zudem ist das Inhalieren in vielen Fällen eine bewährte und effektive Therapiemaßnahme. Denn nur durch eine rechtzeitige, kosequente und effektive Therapie der häufig vorkommenden Atemwegserkrankungen bei Pferden werden chronische und schwerwiegende Folgen vermieden.


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