Den Fellwechsel beim Pferd unterstützen

06.02.2020 06:58

Zweimal im Jahr wird der Organismus des Pferdes durch einen Fellwechsel belastet. Während dieser Zeiten kann man sinnvoll und individuell das Pferd unterstützen. Besonders der erhöhte Nährstoffbedarf kann durch hochwertiges Pferdefutter bedarfsgerecht reguliert werden.

Frühjahr – Wechsel vom Winter- zum Sommerfell

Genau genommen beginnt der Fellwechsel nicht erst im Frühjahr, sondern bereits im Winter. Je nach Pferdetyp startet der Organismus im Januar/Februar.

Äußerliche Anzeichen
- vermehrter Verlust des dichten Felles
- das Fell wirkt stumpf und glanzlos
- verschiedene Pferde verlieren Gewicht (alte, schwerfuttrige und gesundheitlich angeschlagene Pferde)

Körperliche Aktivitäten
- dichtes Winterfell wird komplett in ein dünnes Sommerfell umgetauscht
- Nährstoffbedarf steigt an
- Stoffwechsel ist stark beansprucht

Spätsommer/Herbst – Wechsel vom Sommer- zum Winterfell

Wenn die ersten Nächte kälter werden, beginnt langsam die Zeit des Fellwechsels.
- dünnes Fell wird vermehrt abgestoßen
- das Sommerfell verliert den Glanz

Körperliche Aktivitäten
- das dünne Sommerfell macht Platz für den dicken Winterpelz
- Nährstoffbedarf steigt
- Beanspruchung des Stoffwechsels steigt

Probleme beim Fellwechsel
Diese körperliche Anstrengung verlangt vermehrt nach Nährstoffen. Je nach Alter, Belastung oder Vorerkrankungen können Pferde diesen erhöhten Bedarf nicht durch die normale Fütterung ausgleichen. Hier werden Mangelerscheinungen sichtbar. Sie magern ab und das äußerliche Bild vermittelt dem Betrachter ein krankes Pferd.

Besonders beim Wechsel zum Sommerfell fehlen den Pferden natürliche gesunde und aktivierende Bestandteile. In den Wintermonaten liegt meistens noch Schnee und die Kälte zerrt zusätzlich am Immunsystem der Tiere. Beim Koppelgang ist kein Gras (Nährstoffe) vorhanden und die Sonne scheint tagsüber nur stundenweise und meistens nicht täglich.

Benötigen Pferde bereits im „Alltagleben“ mehr Nährstoffe und Energie, die nicht bedarfsgerecht gefüttert werden, wie möglicherweise bei
- Sportpferden
- Zuchtpferden
- Pferde mit chronischen Erkrankungen

fehlt diesen Tieren der Grundstock für den anstrengenden Fellwechsel. Die Dauer des Fellwechsels verlängert sich und sie werden mit dieser Belastung nicht fertig. Das Immunsystem ist anfälliger und die Gefahr von
- Ekzeme und Allergien
- Mauke
- Bronchitis
- Muskelverspannungen
steigt.

Bei älteren Pferden ist aufgrund des Alters der Stoffwechsel nicht mehr so leistungsfähig. Ohne Unterstützung sind diese Senioren häufig im „Dauerfellwechsel“. Der Abschluss der Bildung des Sommerfelles zieht sich möglicherweise bis in den Frühsommer. Dabei beginnt der nächste Wechselzeitpunkt bereits bei den ersten kalten Nächten (August/September/Oktober). Dies ist regional abhängig (Gebirge, Flachland, Küstennähe).

Unterstützung durch Pferdefutter beim Fellwechsel
Bei Beginn und während der Zeit des Fellwechsels kann das Pferd durch eine individuelle Fütterung (bedarfsgerecht) sinnvoll unterstützt werden. Benötigt werden Nährstoffe wie:
- Omega-3-Fettsäuren
- Zink, Kupfer, Mangan, Selen
- Folsäure, Biotin
- Vitamin B
- Magnesium
- Vitamin E

Durch den Wegfall von Grasfütterung wird der notwendige Bedarf von Omega-3-Fettsäuren unterschritten. Diese Bestandteile sind für gesunde Hufe und Hautregeneration wichtig. Ein Pferd mit einer gesunden Darmflora bildet genügend Vitamin B im eigenen Darm.

Durch eine Fütterung von hochwertigem Stroh und Heu (ohne Schimmelpilz) in benötigter Menge wird ein Teil des Nährstoffbedarfes gesichert. Dieser Grundstock kann mit einem Kraftfutter aus natürlichen Bestandteilen (ohne chemische Zusatzstoffe) erhöht werden.

Während der Fellwechselzeiten kann durch gezielte Ölfütterung und spezielles Pferdefutter mit den notwendigen Mineralstoffen der Stoffwechsel des Pferdes unterstützt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, zu den Raufuttergaben und dem regulären Kraftfutter eine „Mineralstoffkur“ zu geben.

Diese Ergänzungsfuttermittel sind auf den erhöhten Mineralstoffbedarf abgestimmt und das Defizit in den Fellwechselzeiten kann ausgeglichen werden. Natürlich müssen diese Rationen bedarfsgerecht (Alter, Rasse, Arbeitsbedarf) zusammengestellt werden.

Diese individuelle Unterstützung hilft nicht nur dem Stoffwechsel, sondern ebenfalls dem Immunsystem. Das Pferd ist dadurch für Erkrankungen aufgrund Nährstoffmangels nicht mehr so leicht anfällig.


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