Durchfall bei Pferden - Symptome und Ursachen

22.01.2019 19:33

Durchfall bei Pferden äußert sich in breiig bis wässrigem Kotabsatz, oft häufiger als normal. Auch Blut kann enthalten sein. Die Ursachen sind vielfältig: 

• falsches bzw. verdorbenes Futter 
• zu wenig Raufutter 
• Stress durch falsche Herdenzusammensetzung oder fehlenden Sozialkontakt 
• Stress durch Überforderung 
• Infektionen des Magen-/Darmtrakts 
• Durchfall bei Fohlen 

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber eins: leidet ein Pferd an Durchfall, ist immer der Tierarzt hinzuzuziehen, um die Ursache(n) schnell herauszufinden und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Länger anhaltende Durchfälle entziehen dem Pferdekörper neben wichtigen Vitaminen und Spurenelementen vor allem lebensnotwendiges Wasser, so dass es zu Dehydrierung kommen kann bis hin zur Lebensgefahr für das Pferd. Meist gibt es weitere Anzeichen: Pferde mit Durchfall wirken schlapp, teilweise apathisch. Auch Koliken sind nicht selten gefürchtete Begleiter einer Durchfallerkrankung. 

Art und Dauer der Behandlung 
Neben der Ursachenbekämpfung durch Medikamente wird vorrangig der Wasser- und Elektrolythaushalt ausgeglichen. Neben dieser direkten Behandlung kommt es oft zu Empfehlungen hinsichtlich Haltung und Fütterung, das heißt eine Optimierung des Pferdefutters ist ein wesentlicher Bestandteil der längerfristigen Vorbeugung, um erneute Durchfallerkrankungen zu verhindern. 
Erkennt man eine Durchfallerkrankung bei seinem Pferd, ist genaue Beobachtung gefragt. Zu lange sollte man nicht warten, bis der Tierarzt gerufen wird, um eine eventuell dauerhafte Schädigung des Darms zu verhindern. Besonders wichtig ist eine schnelle Hinzuziehung eines Tierarztes, wenn Fohlen betroffen sind. Bei ihnen wird der Durchfall allein durch den Wasserverlust schnell lebensgefährlich. 

Fütterung und Haltung 
Neben der artgerechten Haltung im Herdenverband, möglichst im Offenstall oder mindestens tagsüber auf Weide oder Paddock gehört das besondere Augenmerk der richtigen Fütterung. Das beginnt bei der Auswahl der richtigen Gräserarten auf der Pferdeweide, die auch zur Heugewinnung dient. Dann die Heugewinnung an sich, die Frage nach Heu oder Heulage in pferdegerechter Qualität, und nicht zuletzt die Bereitstellung einwandfreien Trinkwassers in ausreichender Menge. 
Je nach Belastung (Zucht- oder Sportpferd, Wander- und Distanzritte mit dem entsprechenden Training) gehören Kraftfutter und Mineralien zwingend zur Futterration. Hier kann der Tierarzt helfen, auch rassespezifische Besonderheiten richtig einzubeziehen und die richtige Ration zusammenzustellen. 


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Zur Haltung gehören auch die Bedingungen und die Intensität des Trainings, um Stress für Pferd und Reiter bzw. Fahrer zu vermeiden – ein nicht zu unterschätzender Faktor gerade bei Irritationen des Magen-/Darmtraktes, die schnell zu Durchfällen führen können. Um hier auf lange Sicht ernsteren Erkrankungen vorzubeugen, sind Trainingspläne, die einen regelmäßigen Aufbau mit entsprechender Zeit kombinieren, das Mittel der Wahl. 
Wie immer gilt es, sein Pferd genau zu beobachten und die Haltung so optimal wie möglich zu gestalten. Das Pferdefutter trägt mit seiner Menge und seiner Zusammenstellung wesentlich dazu bei, die Pferde gesund und fit zu halten. Egal ob Freizeit- oder Sportpferd, Senior im Ruhestand oder Fohlen bei Fuß – alle Pferde benötigen ein ihrer Situation angepasstes Futter. Oft ist weniger mehr – der Tierarzt oder Tierheilpraktiker kann hier wesentliche Hinweise geben. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten ergänzt die guten Haltungsbedingungen und trägt dazu bei, Durchfallerkrankungen bei Pferden zu minimieren.


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