Mit bedarfsgerechtem Pferdefutter und durchdachtem Training zu besserer Leistung und wohldefinierter Muskulatur

12.11.2018 13:35

Ist ein Pferd rundum gesund und bestens genährt, erfreut das seinen Besitzer nicht nur auf der optischen Ebene. Egal ob Freizeit- oder Turnierreiter, der allgemeine körperliche Zustand wirkt sich direkt auf die Trainingsleistung und die Arbeitsfreude eines Pferdes aus. Wer den Blick auf Weiden und in Ställe wagt, wird heutzutage allerdings oft vom Gegenteil überrascht. Neben offensichtlich viel zu dünnen Pferden finden sich Tiere mit deutlich erkennbarem Übergewicht, aufgeblähtem Bauch oder unzureichender Muskulatur, die den Belastungen des Reitergewichts kaum standhalten kann. Doch wie lassen sich diese Missstände in Zeiten der stetig wachsenden Besorgnis um das Wohlergehen des vierbeinigen Lieblings erklären? Entgegen der weit verreiteten Meinung ist es mit einem Mehr beziehungsweise Weniger an klassischem Pferdefutter oder auch mit speziellen Muskelaufbaupräperaten nicht getan. Um Muskulatur bei Pferden gezielt aufzubauen, bedarf es hingegen der 3 sich ergänzenden Komponenten durchdachtes Training, gezielte Fütterung und ausreichende Entgiftung. 


1. Das Training 

Ohne Schweiß kein Preis - dieses altbekannte Sprichwort lässt sich auch auf Pferde übertragen. Steht ein Tier den großen Teil des Tages auf der Weide, im Offenstall oder gar im Stall, baut es keine Muskulatur auf. Ein erster Schlüssel zum gezielten Muskelaufbau stellt daher die regelmäßige, abwechslungsreiche Bewegung dar. Um sämtliche Muskelgruppen des Pferdes zu stärken, empfiehlt sich eine Kombination aus dressurmäßiger Arbeit, Ausritten im bergigen Gelände auf wechselnden Untergründen sowie Bodenarbeit. 


2. Die Fütterung

Bei der Zusammenstellung eines ausgewogenen Futterplans müssen neben dem von der Belastung abhängigen Nährstoffbedarf auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente bedacht werden. Pferde, die Muskeln aufbauen sollen, benötigen grundsätzlich zusätzlich zum hochwertigen Raufutter ein adäquates Kraft- sowie Mineralfutter. Entgegen der verbreiteten Annahme schadet Eiweiß dem Pferd dabei nicht. Im Gegenteil: Der Nährstoff ist essentiell am Muskelaufbau beteiligt und muss daher gezielt beispielsweise auch übergewichtigen Pferden gefüttert werden. Fett kann so in Muskeln umgewandelt werden. 
Bei Turnierpferden besteht ein häufiger Fütterungsfehler in der Gabe von zu viel Getreide bei gleichzeitig zu wenig Zufuhr von Energiekomponenten. Eine solche Fütterung belastet auf Dauer die Leber und verhindert damit deren Aufbau von Muskeleiweiß. Eine Fütterungsumstellung auf ein getreidearmes, zuckerfreies Pferdefutter mit beispielsweise Reiskleie, Leinöl und Leinkuchen als Energielieferanten beugt diesen Problemen vor. 
Bei der Auswahl eines geeigneten Mineralfutters gilt es, insbesondere das Verhältnis von anorganischen und organischen Mineralstoffen zu prüfen. Während organisch gebundene Stoffe direkt aufgenommen werden können, haben anorganische eine schlechte Bioverfügbarkeit und können nur unzureichend verwertet werden. Vor dem Pferdefutter bestellen sollten daher die diesbezüglichen Angaben des Herstellers genau geprüft werden. Kritisch zu beurteilen sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen nahelegen. Da diese nicht den Mineralstoffgehalt im Gewebe anzeigen, sind fundierte Schlussfolgerungen kaum möglich. Wird das Mineralfutter hingegen angepasst, zeigen sich höhere Leistungsfähigkeit und ein besseres Allgemeinbefinden oftmals nach wenigen Wochen. 


3. Die Entgiftung 

Um die Bedeutung dieses Aspektes nachzuvollziehen, hilft der Blick auf die Leberfunktionen bei Pferden. Das Organ ist nicht nur für die Reinigung des Körpers von Giftstoffen und Stoffwechselprodukten zuständig, sondern übernimmt auch wichtige Aufgaben im Muskelstoffwechsel des Pferdes. Wird die Leber nun mit hohen Mengen an Giftstoffen belastet, kann sie unter anderem die Regelung des Glykogenspiegels sowie die Versorgung der Muskelzellen mit Eiweiß nur noch unzureichend leisten. Eine Entlastung der Leber mithilfe entsprechender Futtermittel kommt dementsprechend dem Organismus direkt zugute und trägt zur Nachhaltigkeit des Muskelwachstums bei. Wer die Entgiftung seines Pferdes unterstützen möchte, sollte beim Pferdefutter kaufen besonderen Wert auf den hohen Anteil an organisch gebundenem Zink sowie B-Vitaminen Wert legen. Diese unterstützten die Leberfunktionen. 


Der Weg zu mehr Muskeln und Zufriedenheit

Training und Fütterung - diese beiden Parameter sind die entscheidenden Schaltstellen, mit denen sich das Muskelwachstum bei Pferden ankurbeln lässt. Um insbesondere geschwächte oder untrainierte Pferde langsam aufzubauen, sollten sowohl die körperlichen Anforderungen als auch das Futter allmählich verändert werden. Eine schrittweise Steigerung des Trainingspensums sowie der Erhöhung der Futtermenge gibt dem Organismus Zeit, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Um etwa einem akuten Mineralstoffmangel entgegenzuwirken, kann darüber hinaus auch eine mehrwöchige Kur mit entsprechend hochdosiertem Futter sinnvoll sein. Deutliche Leistungssteigerungen sowie Muskelwachstum sind auf dieser Basis meist schon nach wenigen Wochen sichtbar und bleiben auch nach dem Absetzen bestehen.


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