Pferdefutter im Winter - die optimale Fütterung bei niedrigen Temperaturen

30.10.2018 06:48

Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit gehen für Pferde je nach Haltungsform mehr oder weniger deutliche Veränderungen einher. Der anstehende Fellwechsel fordert den Organismus ebenso heraus wie die oftmals geringeren Bewegungsmöglichkeiten und die fehlende Verfügbarkeit von frischem Gras als Futterquelle. Mit sinkenden Temperaturen steigt zudem grundsätzlich der Energiebedarf, da das Pferd zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur zusätzlich Leistung bringen muss. Werden die daraus resultierenden veränderten Futterbedürfnisse nicht beachtet, können Pferde unter anderem Verdauungsprobleme bekommen oder körperlich abbauen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie passend zum Rückgang der Temperaturen das Futter allmählich den veränderten Bedingungen anpassen. Wichtige Bausteine der optimalen Versorgung sind dabei vor allem die ausreichende Wasseraufnahme, die Raufuttergabe und gegebenenfalls Zusatzfuttermittel, die den Organismus beispielsweise alter oder geschwächter Tiere unterstützen. 

Stetiger Zugang zu ausreichend Flüssigkeit 

Eine der wesentlichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Koliken ist die Versorgung mit Flüssigkeit. Pferde müssen daher auch bei Minusgraden stets Zugang zu nicht gefrorenem, qualitativ hochwertigem Wasser haben. Vor allem nach frostigen Nächten sollten Sie Tränken daher stets kontrollieren. Um Pferde zusätzlich zum Trinken anzuregen, können Sie darüber hinaus auch warmes Wasser anbieten oder Ihrem Tier einen Tee zubereiten. Ausgesuchte Winter-Kräutermischungen mit Anis und Kamille eignen sich ideal zum Aufbrühen eines Tees und fördern zusätzlich die Verdauung. 

Raufuttergabe anpassen 

Mit dem Ende der Koppelsaison fällt frisches Gras als zentrales Pferdefutter weg. Der Raufutterbedarf sollte daher im Winter mit hochwertigem Heu und Stroh in ausreichender Menge gedeckt werden. Zur Berechnung der nötigen Mindestmenge lässt sich dabei im ersten Schritt eine Faustformel nutzen: Pro 100 kg Körpergewicht sollten Pferde mindestens 1,7 kg Heu bekommen. Wesentlich besser ist allerdings der uneingeschränkte und stete Zugang zu gutem Wiesenheu oder ergänzend hochwertigem Futterstroh. Möchten Sie der Abmagerung eines alten Pferdes gezielt entgegenwirken, können Sie die Raufutterversorgung mit leicht verdaulichen Wiesencobs zusätzlich aufwerten. 

Kraftfutter: der Energielieferant für Pferde 

Je nach Trainingszustand und abhängig von der Haltungsform benötigen Pferde im Winter zusätzlich zum Rauhfutter ein passendes Kraftfutter, das den erhöhten Energiebedarf der Vierbeiner abdeckt. Pellets, Müslis, Hafer oder auch getreidefreie Alternativen versorgen das Pferd mit allen Nährstoffen, mit den es feucht-kalten Witterungsbedingungen trotzen und sein Trainingslevel erhalten beziehungsweise steigern kann. Speziell für ältere und geschwächte Pferde gibt es dabei besonders gut verträgliche und leicht verdauliche Energielieferanten, die dem Abbau im Winter vorbeugen. 
Effiziente Energiespender sind über das klassische Kraftfutter hinaus auch kaltgepresste Öle wie Lein- und Schwarzkümmelöl. Sie können zudem den Stoffwechsel anregen, Entzündungen hemmen und erzielen bereits in geringer Dosierung hohe Wirkungen. 

Mineralien und Vitamine für eine bedarfsgerechte Fütterung 

Mit der kalten Jahreszeit und speziell dem Fellwechsel steigt der Bedarf an Vitaminen und Mineralien an. Da Gras als Lieferant der essentiellen Stoffe wegfällt, stellt ein geeignetes Mineralfutter die notwendige Ergänzung zum Rauhfutter dar. In speziell für die Mineralstoffversorgung im Winter oder den Fellwechsel konzipierten Mischungen sind Stoffe wie Zink, Folsäure, Biotin und Selen enthalten. Insbesondere Zink kann den Organismus beim Fellwechsel unterstützen und das Wachstum der Haare fördern. Mineralfutter wird in Form von Pellets als Pulver oder flüssig für unterschiedliche Pferdetypen, Trainingszustände und Haltungsformen angeboten und sollte dementsprechend individuell ausgewählt werden. Ein frei zugänglicher Salz- und Mineralleckstein ermöglicht dem Pferd über die gezielte Fütterung hinaus die freie Aufnahme der nötigen Stoffe. 

Atemwegserkrankungen vorbeugen 

Vor allem bei Pferden, die im Winter einen großen Teil des Tages im geschlossenen Stall verbringen, steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen. Neben dem regelmäßigen Lüften des Stalls, der sorgsamen Hygiene und gegebenenfalls dem Anfeuchten des Heus können unter anderem bestimmte Kärutermischungen zur Gesundheit des Pferdes beitragen. Entsprechende Mischungen ergänzen das Pferdefutter in geringen Mengen und können obendrein das allgemeine Immunsystem stärken. 

Stärkendes Pferdefutter für kalte Tage: Mash 

Das warm servierte Mash ist aus gutem Grund ein bewährter Klassiker der Pferdefütterung im Winter. Eine Mischung aus hochverdaulichen Futtermitteln wie Leinsamen, Kleie und aufgeschlossene Getreideflocken wird dafür mit warmem Wasser aufgegossen und landet wohltemperiert im Futtertrog. Mash fördert dank seiner leichten Verdaulichkeit und des guten Geschmacks das allgemeine Wohlbefinden eines Pferdes und beugt gerade bei Senioren der Gewichtsabnahme vor. Reagiert Ihr Pferd sensibel auf Getreide, müssen Sie auf die Fütterung nicht verzichten: Im Handel sind auch getreidefreie Mashs erhältlich.


Kommentar eingeben