Pferdehuf: Huf im Winter vor Hufrehe schützen

13.12.2019 09:35

Der sensible Pferdehuf ist das ganze Jahr über durch verschiedene Einflüsse gefährdet. Die fetten Wiesen vom Frühling fehlen zwar zu dieser Zeit, aber die Gefahr der Hufrehe droht auch im Winter, vor allem bei anfälligen Tieren. Die Hauptursache für Hufrehe ist zwar fütterungsbedingt, doch es gibt auch eine Reihe anderer Faktoren. Wer die kennt, kann die beste Vorsorge treffen. Mit ein paar Maßnahmen kann man der Hufrehe im Winter besser vorbeugen.

Was ist Hufrehe eigentlich?
Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, die für Pferde sehr schmerzhaft ist und daher zu Schonhaltungen führt. In weiterer Folge bringt die Hufrehe langfristige Schäden und Veränderungen der Knochenstruktur mit sich. Oft ist sie gut behandelbar, in vielen Fällen aber auch nicht. Ausschlaggebend ist eine gestörte Durchblutung der Huflederhaut. In fortgeschrittenen Stadien kann sich das Hufbein senken und/oder der Hufbeinknochen drehen, dann spricht man von einer Rotation. Eine Hufrehe kann sich sehr schnell entwickeln und auch chronisch werden. Beim kleinsten Verdacht gilt es daher, sofort einzuschreiten. Wenn ein Pferd Hufrehe hat, kann man das oft an seiner Schonhaltung erkennen. Das Pferd wird versuchen, so wenig wie möglich aufzutreten und wenn, dann nur kurz. Sind die Vorderhufe betroffen, streckt es die oft nach vorne, denn am Ballen zu stehen ist weniger schmerzhaft. Sind die Hinterhufe betroffen, dann schiebt das Pferd diese weit vor unter den Bauch, um die Zehen zu entlasten. In manchen Fällen sind die Pferde mit Hufrehe auch sehr viel unterwegs, um so wenig wie möglich zu stehen und damit der Belastung zu entgehen. Manche Pferde liegen auch nur noch und stehen nicht auf, um die Schmerzen so gering wie möglich zu halten. Für eine ordentliche Diagnose braucht man natürlich den Tierarzt, der die betroffen Hufe untersuchen und mittels Röntgen diagnostizieren wird.

Woher kommt die Hufrehe?
Die Ursachen für Hufrehe sind vielfältig und werden immer weiter erforscht. Oft ist eine Überfüttert die Ursache. Viele Futtermittel haben so viel Energie und Eiweiß, dass es eigentlich zu viel für die meisten Pferde ist. Lange galt die gängige Meinung, Hufrehe kommt von zu viel Eiweiß und bei zu fetten Pferden. Das ist allerdings keine Pauschalursache. Es gibt zum Beispiel auch eine Belastungsrehe, die wie der Name schon sagt, durch zu viel Belastung auf der Sohle entsteht. Bei Stuten gibt es die Geburtsrehe, die nach der Geburt eines Fohlens verursacht werden kann. Hier gilt es genau darauf zu achten, ob die Nachgeburt vollständig ist. Wenn Stücke davon nicht ausgeschieden werden, können sie eine Vergiftung und somit Hufrehe verursachen. Hufrehe ist auch nicht unbedingt rassenbedingt und auch nicht auf das Alter eines Pferdes zurückzuführen. Hufrehe können Pferde aller Rassen und Altersstufen bekommen. Junge Pferde Wachstum bekommen allerdings selten Hufrehe. Pferde, die schon einmal Hufrehe hatten, sind mehr gefährdet als jene, die noch nie einen Schub hatten. Auch Vergiftungen können Hufrehe hervorrufen. In einigen Fällen bekommen Pferde nach medikamentösen Behandlungen Hufrehe, die so genannte Medikamentenrehe.

Tipps für die Wintermonate
In den Wintermonaten ist die Fütterung auf haltbar gemachtes Gras, also Heu oder Heualge und Stroh sowie Kraftfutter beschränkt. Frisches Gras fällt in den Monaten ohne Weide weg. Gefrorenes Gras ist sehr ungesund, es ist nicht ratsam, die Pferde viel davon fressen zu lassen. Voraussetzung bei Heu und Stroh, wie bei jedem Futter, ist die hohe Qualität. Futter mit Schimmelsporen können Hufrehe auslösen, bei der Fütterung gilt es daher, unbedingt schimmelfreies Futter anzubieten.

Im Winter bekommen viele Pferde mehr Kraftfutter als in den warmen Monaten. Zu viel davon und zu viel auf einmal kann Fehlgärungen hervorrufen und die wiederum begünstigen Hufrehe. Der Blutzuckerspiegel ist oft zu hoch und hat dann zu wenig Zeit, um wieder zu sinken, wenn schon die nächste Energiezufuhr in Form von Kraftfutter kommt. Kraftfutter gibt man den Pferden daher am besten in kleinen Einheiten, nicht zu viel auf einmal. Mehr als drei Liter bei einer Mahlzeit sollte man nicht verabreichen und das auch nicht zu oft. Insulin kann bei Pferden ebenfalls Hufrehe auslösen. Viel Energie ist, wenn man sie verbraucht, kein Fehler. Doch wenn diese Energie nicht verbraucht wird, kann sie unterschiedliche Probleme verursachen.

Wenn die Arbeit mit dem Pferd im Winter weniger wird, sollte man unbedingt darauf achten, dass das Pferd dennoch genug Bewegung hat. Regelmäßiges Training in gleich langen Einheiten können einer Belastungsrehe vorbeugen. Seltenes und dafür ausgedehntes Training ist in diesem Fall ungünstig.


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